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Fakten

Entwicklung am Arbeitsmarkt

Suche nach Qualifikationen

In der sächsischen Wirtschaft hat sich die Besetzung der Fachkräftestellen seit 2005 verschlechtert. Nach der Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise und dem einsetzenden Wachstumskurs ab 2010 steigt der Bedarf der Unternehmen an Fachkräften wieder stärker an. Im Jahr 2011 konnte für 21 % der Stellen keine Besetzung gefunden werden. Damit lag die Anzahl unbesetzter Fachkräftestellen in Sachsen auf dem höchsten Stand seit Mitte der 1990er Jahre.

Demografische Entwicklung

Erwerbstätigenverlust überproportional

Seit 1990 hat die sächsische Bevölkerung um mehr als 638.000 Personen abgenommen. Das ist ein Verlust von knapp 13 %. Bis zum Jahr 2025 wird die Bevölkerung um weitere 8,7 % abgenommen haben. Insgesamt wird dann der Verlust seit 1990 den Einwohnerzahlen der Städte Dresden und Leipzig entsprechen. Ursache für den Bevölkerungsverlust sind vor allem fehlende Geburten. Aufgrund der fehlenden Geburten liegt in Sachsen das Durchschnittsalter mit über 46 Jahren in Deutschland am höchsten.

Fachkräftebedarf

Mangel und Überschuss zugleich

In Sachsen waren im Jahr 2011 gut 10 % aller erwerbstätigen Personen als arbeitslos gemeldet. Dies ist die geringste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung. Trotzdem herrscht in einzelnen Branchen regional unterschiedlicher Fachkräftebedarf. Die Deckung des Bedarfs der Wirtschaft aus dem Personenkreis der Arbeitssuchenden ist nicht immer möglich, weil Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle und indivuduelle Qualifikation und Kompetenz zueinander passen müssen. Der Fachkräftebedarf kann durch Aus- und Weiterbildungen nur bedingt gedeckt werden, denn eine Nachschulung kann nicht jeden Arbeitssuchenden beliebig für jeden Bedarf qualifizieren.

1 Jahr Arbeitnehmerfreizügigkeit mit den neuen EU-Staaten

Moderater Zustrom – Sachsen bleibt Transitland


Seit Mai 2011 können Bürger aus den acht mittel- und osteuropäischen EU-Ländern (EU-8-Staaten) uneingeschränkt in Deutschland arbeiten. Bis Juni 2012 sind 4.300 zusätzliche Arbeitnehmer aus diesen Staaten nach Sachsen gekommen. Dies sind nur 2,9 % der bundesweit zusätzlichen Beschäftigten aus diesen Staaten. Sachsen profitiert nicht von der Grenznähe, sondern bleibt Transitland. Die meisten EU-Bürger ziehen in die wirtschaftlichen Ballungszentren in Westdeutschland weiter.

Zu- und Abwanderung in Sachsen

2011 erstmals deutlich mehr Zuzüge als Fortzüge

Im Jahr 2011 ist der Wanderungssaldo erstmals seit Jahren wieder postitiv, d. h. es sind mehr Menschen nach Sachsen zugezogen als aus Sachsen weggezogen. Maßgeblich hierfür ist die deutlich gestiegene Zuwanderung. Seit 2010 zeigt sich aber in Sachsen auch der deutliche Trend, dass mehr Deutsche zurückkommen.

Zuwanderungspolitik richtig

2011 deutlicher Wanderungsgewinn von Ausländern


Im Jahr 2011 sind über 5.000 Ausländer mehr nach Sachsen zugezogen als weggezogen. Das sind zehnmal so viele wie noch im Jahr 2010. Die Zuwanderer sind mit einem Durchschnittsalter von 38,8 Jahren deutlich jünger als die sächsische Bevölkerung, die ein Durschnittsalter von über 46 Jahren aufweist. Die Zuwanderer in Sachsen sind gut ausgebildet. Es besteht ein hohes Potenzial an Erwerbspersonen, wenn deren im Ausland erworbene Berufsabschlüsse anerkannt werden. Die bei der Informations- und Beratunsstelle Anerkennung Sachsen (IBAS) eingehenden Anfragen zur Berufsanerkennung erfolgen zu 85 % aufgrund einer beabsichtigten Arbeitsaufnahme. 71% bezogen sich auf die Anerkennung eines akademischen Abschlusses.

Nationalitäten in Sachsen

Europäer und Vietnamesen

Ein Drittel der Ausländer in Sachsen sind Europäer. Eine große Gruppe von über 22 % sind dabei die Osteuropäer aus der Russischen Föderation, aus Polen oder aus der Ukraine. Vietnamesen sind mit 9 % die stärkste einzelne Nationalität unter den Ausländern in Sachsen. Die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung unterscheidet sich grundlegend von der in den alten Bundesländern.

Herkunft und Motiv der Zugezogenen

Europa oder Asien und Beruf oder Familie

Von den Ausländern, die im Jahr 2011 nach Sachsen gezogen sind, waren über 41 % Angehörige der EU-Staaten. 15 % aus Nicht-EU-Staaten wie Russland oder Ukraine. Weitere 7 % sind Nord oder Südamerikaner. Eine starke Gruppe von fast 28 % kommt aus asiatischen Ländern. Diese Gruppe wird einerseits bestimmt durch Familienangehörige der in Sachsen lebenden Vietnamesen. Zum anderen kommt eine große Zahl chinesischer Studenten an die sächsischen Hochschulen. Das ist keine Besonderheit, sondern überall in Europa und Amerika durch die Bevölkerungszahl Chinas bedingt. Die meisten verlassen nach dem Studium Deutschland.

Ausländer in Sachsen

Unterschiede zwischen Ost und West

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt in allen ostdeutschen Bundesländern mit ca. 2-3 % deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Der Ausländeranteil der DDR betrug 1989 ebenfalls ca. 2-3 %.

Marginalspalte

Ausländische Mitbürger in Sachsen

Deckblatt Ausländische Mitbürger in Sachsen

© Sächsisches Staatsministerium des Innern